BAP: Aanjekumme in Köln
Im Jahr 2024 begibt sich Wolfgang Niedeckens BAP auf eine musikalische Zeitreise. Mit im Gepäck: alle Songs der beiden Doppelplatin-Alben „für usszeschnigge“ und “vun drinne noh drusse“ aus den Jahren 1981/82, mit denen er und seine Band überregional bekannt wurden. Letzte Station der Tournee durch Deutschland, die Schweiz und die Beneluxländer im Dezember ist Köln. In Niedeckens Heimatstadt werden der Musiker und seine Bandmitglieder bei zwei ausverkauften Konzerten in der Lanxess-Arena von tausenden begeisterten Fans empfangen und gefeiert.
Die „Zeitreise“-Tour setzt eine Idee fort, die während der letzten „Schließlich unendlich“-Tour entstand, als BAP mit einer Mischung aus neuen Songs und selten gespielten Klassikern das Publikum begeisterte. Die Reaktionen waren so überwältigend, dass Wolfgang Niedecken beschloss, die Karriere bestimmenden Alben und Hits erneut ins Rampenlicht zu rücken. Auch weniger bekannte Titel, die seit Jahrzehnten nicht mehr auf den Setlisten standen, werden gespielt, darunter viele Raritäten wie die „Ruut-wieß-blau querjestriefte Frau“.
30 Lieder ohne Pause
Das Konzert startet fast pünktlich um 20.15 Uhr und die Band legt los mit „Koot vüür Aach“, „Südstadt, verzäll nix“ und „Nemm mich met“. Ohne Pause wolle er seine 30 Songs spielen, erklärt Wolfgang Niedecken gleich zu Beginn. Und es gäbe auch keine Zugaben. Am Ende, nach einer knapp dreieinhalbstündigen Show, sind es 31 Lieder und dazu viele Hintergrundgeschichten zur Entstehung seiner Songs, die Niedecken zum Besten gibt. So wie zum Anti-Karnevalssong „Niet für Kooche“, „Eins für Carmen un en Insel“ oder „Fuhl ahm Strand“.
Textfeste Fans
Dann gibt es die Songs, die sich unwiderruflich in die Herzen der Fans gebrannt haben. Zu „Wellenreiter“ singt die Arena den kompletten Text mit. Und bei „Verdamp lang her“ und „Do kanns zaubere" hält es die Fans in Köln nicht mehr auf ihren Sitzen. Es wird gesungen und in den Unter- und Oberrängen zwischen den Stuhlreihen getanzt. Natürlich dürfen auch die BAP-Klassiker „Kristallnaach“, der „Müslimän“, „Waschsalon“ oder auch „Frau, ich freu mich“ an diesem Abend nicht fehlen.
Mit neuen, behutsamen Arrangements sorgt die Band dafür, dass die Songs modern klingen, ohne ihre ursprüngliche Magie zu verlieren. Für Wolfgang Niedecken ist es oberstes Gebot, die Seele und Quintessenz jener Lieder zu erhalten, die für so viele Menschen der Soundtrack der Achtzigerjahre sind, unwiderruflich verbunden mit ihren ganz persönlichen, prägenden Erlebnissen, Gefühlen und auch zeitgeschichtlichen Ereignissen.
Ein letztes Lied
Und dann ist es so weit. „Et letzte Leed" wird angestimmt. Und es ist dann doch nicht der Finalsong. Denn nachdem die Band unter tosendem Applaus die Bühne verlassen hat, gibt es noch eine Zugabe. Allein mit seiner Gitarre und mit dem Klassiker „Helfe kann dir keiner" verabschiedet sich Wolfgang Niedecken von seinem kölschen Publikum, das sich mit stehenden Ovationen bedankt.
Die Zeitreise-Tour geht auch im Sommer 2025 weiter. Mit vielen Stationen und unter anderem bei Kunstrasen in Bonn: bap.de/termine.
Die Redaktion von Koeln-Magazin.de meint: Wer die Chance hat, Wolfgang Niedecken und BAP live zu erleben, sollte es sich nicht entgehen lassen. Besonders in Köln, wo für Niedecken alles begann, war das Zeitreise-Konzert ein unvergessliches Erlebnis. Mit einer Mischung aus Klassikern, Raritäten und persönlichen Geschichten gelang es ihm und seinem fantastischen Musiker-Ensemble, die Magie ihrer Musik wieder aufleben zu lassen und das Publikum restlos zu begeistern. Ob es die Gänsehaut bei „Verdamp lang her“ und „Do kanns zaubere“ war oder die ausgelassene Stimmung bei „Wellenreiter“ und „Müsliman“ – dieses Konzert war Emotion pur und bleibt für immer in Erinnerung.
Text: Ute Hayit
Fotos: Ertay Marc Hayit
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