Die neue Häschenschule
Noch bis zum 17. März dreht sich in Köln alles um Literatur, denn die Lit.Cologne findet zum 24. Mal mit gewohnt vielfältigem Programm statt. Ein besonderes Augenmerk legt die lit.Cologne dabei nicht nur auf die Literatur für Erwachsene, sondern auch auf das junge Publikum mit dem eigens konzipierten Kinderprogramm lit.kid.
Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern und ihnen die Welt der Bücher näherzubringen – das ist das Ziel von lit.kid. Und dafür stehen viele bekannte Autor:innen und spannende Persönlichkeiten im Programm. So auch die Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke, die am 9. März im Comedia Theater ihr Kinderbuch „Die neue Häschenschule“ vorstellte. Und wie der Name schon sagt, hat ihr Buch inhaltlich nicht mehr viel mit der ursprünglichen Häschenschule zu tun, sondern den Sprung in die moderne Gesellschaft geschafft.
Ein Klassiker wird entstaubt
Anke Engelke nahm sich viel Zeit für das junge Publikum und sprach mit den Kindern ehrlich und authentisch. Die alte Häschenschule von Albert Sixtus sei nun 100 Jahre alt und es gab einige Szenen, die ihr an dem Buch nicht gefielen, erklärt sie. Da wäre zum Beispiel der Lehrer, der den Kindern an den Ohren ziehe. Oder die Pause, bei der die Jungs Spaß haben, während die Mädchen am Gemüse rumknabbern. Im Originaltext heißt es:
„Lustig sind die Hasenjungen,
toll wird da herumgesprungen.
Doch die Mädchen knabbern stumm
an dem Frühstückskraut herum,
und sie wandern, tipp-tipp-tapp,
mit der Freundin auf und ab.“
In der neuen Häschenschule wird zum Glück vieles anders gehandhabt, ohne dabei die Grundstruktur der Häschenschule ganz aus den Augen zu lassen. Denn auch in der neuen Häschenschule reimen sich die Texte. Und die Häschen gehen auch zur Schule. Nur lernen sie dort ganz andere Dinge: Nicht vor dem Fuchs müssen sie sich fürchten – im Gegenteil, der Fuchs lebt vegan und ist mit den Hasen befreundet. Er geht mit ihnen sogar in dieselbe Klasse. Vielmehr sind es die Menschen mit ihren Maschinen und Eingriffen in die Natur, die für die Hasen eine Gefahr darstellen. Veraltete Rollenbilder werden in der Neu-Interpretation aufgelöst und aktuelle Themen mit eingearbeitet.
Lese-Spaß für Groß und Klein
Das Buch ist für Kinder ab 4 Jahren. Die Texte sind recht kurz und trotzdem abwechslungsreich: Sie sind lustig, spannend und auch politisch. Das Buch ist liebevoll von Mareike Ammersken illustriert, die an diesem Nachmittag auch auf der Bühne stand und geduldig die Fragen der Kinder beantwortete. Das Highlight: Sie gab dem Publikum einige Tipps und Tricks zum Zeichnen von Tieren.
Anke Engelke führte gewohnt witzig und sympathisch durch das Programm, so dass Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhalten wurden. Besonders schön war, dass man merkte, dass sie ihr Publikum – die Kinder – ernst nahm. Die Kinder dankten es ihr: Während der Lesung war es für eine Kinderveranstaltung erstaunlich ruhig. Und auch danach standen viele Kinder geduldig am Signiertisch an, um sich von Autorin und Illustratorin eine persönliche Widmung für ihre neue Häschenschule zu holen.
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