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Kölner Stunk auf hohem Niveau

Premiere im E-Werk: Die Stunksitzung 2010 präsentiert sich mit einem fetzigen Programm

Super Stimmung – tolles Programm: Premiere der Kölner Stunksitzung 2010

Die Stunksitzung startet in die Saison 2010. Und wenn auch drei Tage vor Weihnachten die Pappnase nicht so recht ins festlich illuminierte Straßenbild passen will, so ist im E-Werk spätestens dann alles anders, wenn die Hausband<link http: koebesunderground.de external-link-new-window external link in new> Köbes Underground die Sitzung musikalisch einläutet. Ein gut aufgelegtes Ensemble rund um Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger bringt das Publikum mit einem zackig-frechen Programm schnell in Wallung – auch wenn so manches Mal das Lachen im Halse stecken bleibt.

Schon der Beginn ist entspannt. Denn die Zeit des Schlangestehens für gute Plätze ist bei der Stunksitzung endgültig vorbei. Das bereits vor zwei Jahren eingeführte und von den Fans positiv angenommene Platzierungssystem – Eintausch der Eintrittskarte in Platzkarten vor Veranstaltungsbeginn – macht Schluss mit Drängeln und Schubsen. Und auch wenn der ein oder andere der guten alten Zeit nachtrauert, als er noch stundenlang bei Kälte, Schnee oder Regen ausharren musste und sich mit Singen, Schunkeln und Glühwein warmhielt, so nimmt doch das oft nicht mehr ganz so junge Publikum die etwas komfortablere Einlass-Methode gerne an. Wer seinen Platz bereits mit Kauf der Karte sichern möchte, der kann dies in diesem Jahr erstmalig tun – und zwar zunächst nur für Plätze auf der Empore oder an der Theke.
Ein weiteres Novum: Sitzkissen für gemütlich-weiches Sitzen auf harten Bänken, die für 4 Euro ausgeliehen werden können. Eine nette Idee – auch wenn nicht gerade rege davon Gebrauch gemacht wird. Denn eigentlich gehören die harten Bierbänke genauso dazu wie das Sitzen rittlings und die Klatschbegleitung im Stehen beim Einmarsch von Elferrat und Sitzungspräsidentin.

Es gab sie hin und wieder – die kleinen Versprecher, und auch die Sitzungspräsidentin musste öfter mal auf ihr Skript schauen – aber ansonsten kamen die Stunker textsicher und sehr professionell daher. Von der Bühnentechnik bis zu den Musik- und Tanzeinlagen war die Show stimmig, bunt und abwechslungsreich.

Viele Beiträge prasselten – kurz und prägnant auf den Punkt gebracht – auf den Zuschauer ein. Nur unterbrochen von Ohrwurm-Songs, die von Köbes Underground-Frontmann Ecki Pieper mal auf Kölsch mal Sächsisch interpretiert wurden. Das Programm fand statt auf der Bühne, im Zwischengang, auf den Tischen – und auch auf der Leinwand. Und das zeitgemäß im Web 2.0 Modus, mit Download zum Start.

Kein Blatt vor den Mund nahm wie gewohnt Biggi Wanninger, die wortreich und wortgewandt durch das Programm führte und zur Freude des Publikums kräftig austeilte bei allen, die sich im Laufe des Jahres nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatten: allen voran Politiker aller Couleur – ganz besonders die schwarz-gelbe Koalition –, Banker und Möchtegern-Promis.

Biggi Wanninger glänzte aber auch in ihrer legendären Rolle als Trude Herr. In diesem Jahr ließ sich das weiß gekleidete Trude-Engelchen herab, mit „däm Melchjesich“ Michael Jackson im Moonwalk die Bühne zu rocken.

Ein weiterer Volltreffer: die Oliver Geissen Chartshow, wobei die drei erstplatzierten Artikel des  Grundgesetzes präsentiert werden sollten. Zu Gast sind Hitler, Bushido und Claudia Roth, die sich zum verbalen Schlagabtausch auf dem Sofa treffen, „niedlich“ moderiert von einem überzeugenden „Oliver Geissen“.

Begeistert ist das Publikum auch beim Dudelsackauftritt von Köbes Underground, die als „Kniesbüggel“ einmarschieren. Oder auch bei einem Beitrag zur Restaurierung des Kölner Stadtarchiv-Materials mit Hilfe dreier Hausfrauen, die sich „ihr“ Köln so wieder zusammensetzen wie es ihnen gefällt. Und was mit bezaubernden, auf Leinwand projizierten Sandmalereien endet.
Eindrucksvoll fürs Auge: der Mariechenauftritt, bei dem die einzelnen Mariechen an roten Bändern über der Bühne schweben und artistische Einlagen bieten. Und Woodstock, das mal eben nach Zollstock verfrachtet wird.

Gut drei Stunden dauert das neue Stunksitzungs-Programm 2010 – und hat eine Menge zu bieten. Wer es noch vor sich hat, darf sich freuen. Denn es ist die 42 Euro (Preisgruppe 1), die eine Karte in diesem Jahr kostet – allemal wert.

Fazit der Redaktion von Köln-Magazin.info:
Frech, spritzig und sehr unterhaltsam ist das Stunksitzungs-Programm 2010. Altes und Bewährtes vermischt sich mit neuen Ideen und perfektionistischen Darbietungen. Die musikalischen Einlagen lassen keine Wünsche offen, die Wortbeiträge sind prägnant auf den Punkt gebracht. Eine bunte, kurzweilige Show mit viel intelligentem Wortwitz und überzeugenden, sympathischen Darstellern.

Text: Ute Hayit

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