Ab dem 15.09.2011 öffnet die <link internal-link>Kolumba mit ihrer neuen Jahresausstellung. Dabei dreht sich alles um das Thema „denken”. Die Besucher werden dabei aber nicht mit philosophischen Theorien über dieses breitgefächerte Thema konfrontiert, sondern können anhand plastischer, malender und akustischer Kunst selbst ihren Gedanken nachgehen.
Wo beginnt das Denken, wo hört es auf? In welchen Konzepten denkt man und wie kann man dieses Denken realiseren und nachvollziehen? Die Ausstellung bietet mit ihren Exponaten unterschiedliche Betrachtungs- und Herangehensweisen. Vor allem die Symbolik steht dabei im Vordergrund.
In Raum 5 kann man zum Beispiel den Prozess des Zeichnens mitverfolgen. Die Künstlerin Monika Bartholomé ist dabei die ausführende Hand und das Zusammen- und Wechselspiel von Denken und Zeichnen wird auf eine ganz neue Art bewusst gemacht. Auch das Medium Buch spielt immer wieder eine zentrale Rolle, da es in schriftlicher Form Denkprozesse vergangener Zeiten konserviert. Denken ist auch immer verbunden mit Erinnerung.
In Raum 6 gibt es dazu das „Ars Memorandi” (Die Kunst des Erinnerns) aus dem späten 16. Jahrhundert, in dem durch Piktogramme die Evangelien überliefert werden sollen. Hier merkt man schnell, wie sich das Denken im Zusammenhang mit dem Erinnern über die Jahrhunderte verändert hat. Die Ausstellung schließt mit einem akustischen Highlight in Raum 21, dem höchsten Raum des Museums. Dort befindet sich die Ton-Raum-Skulptur von Bernhard Leitner. Diese Klangskulptur besteht aus Parabolspiegeln, in die kleine Lautsprecher eingelassen sind, sodass der Klang wie Billardkugeln durch den Raum geschossen wird.
Das Unausgesprochene bleibt also in Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, ganz essentiell. Der Besucher kann sich selber ein Bild machen über die Denkprozesse der Künstler, aber vor allem auch über sein eigenes Nachdenken und Wahrnehmen während des Besuches in der Ausstellung und darüber hinaus.
Louise Fiedel