Schon 2009 sind die Bartaffen in ihr neues Haus umgezogen. Ihr altes Gehege musste dem neuen Hippodrom weichen. Am heutigen Donnerstag, den 25. August 2011, durften die Bartaffen zum ersten Mal auf ihre eigene Außenanlage. Bisher hatten sie sich ein Freigehege mit den Orang-Utans geteilt. Auch weiterhin werden die Kölner Bartaffen den Außenbereich des Orang-Utan-Geheges mitnutzen, aber es steht ihnen jetzt ein ca. 95 m² großes eigenes Areal zur Verfügung.
Bei den Bartaffen handelt es sich um eine stark bedrohte Art. Sie leben nur in den indischen Western Ghats im Südwesten Indiens. Dieses Gebiet hat eine schnell wachsende Bevölkerungszahl und die letzten Rückzugsgebiete der Bartaffen in den Regenwäldern werden zunehmend zerstört. In freier Wildbahn leben nur noch etwa 3500 Tiere. Seit 1989 gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm. Es wird in 43 Zoos mit 270 Tieren durchgeführt und vom Kölner Zoo koordiniert.
In freier Wildbahn leben nur noch rund 3500 Bartaffen (Foto: Schüller / Koeln-Magazin.de)
Die Bartaffengruppe im Kölner Zoo umfasst zehn Tiere – zwei erwachsene Weibchen und ihre Töchter. Zwei Männchen werden im Kölner Zoo separat gehalten, da es sich um Söhne handelt. So soll Inzucht vermieden werden. Der Kölner Zoo hofft darauf, bald wieder ein Männchen für die weitere Zucht zu erhalten.
Das neue Kölner Bartaffenhaus und das Außengehege wurden mit Hilfe der Adolf und Hildegard Isler-Stiftung in Berlin finanziert. Sie fördert Projekte zur Erhaltung bedrohter Arten in Zusammenarbeit mit Zoos. Die Stiftung hat den Bau des neuen Geheges mit 55.000 Euro unterstützt. Insgesamt kostete die Anlage etwa 300.000 Euro.
Ein Europaisches Erhaltungsprogramm umfasst 43 Zoos mit 270 Tieren (Foto: Schüller / Koeln-Magazin.de)
Am Samstag, den 27. August 2011, hat der Kölner Zoo zum letzten Mal in diesem Sommer lange geöffnet. Zum normalen Eintrittspreis können Besucher dann bis 22 Uhr bei einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm durch den Zoo schlendern.
Sebastian Winand