Hereinspaziert – in eine Welt voller Magie und Sinnlichkeit: der Cirque Bouffon ist wieder zu Gast in Köln. Das Zelt steht direkt vor dem Schokoladenmuseum im Kölner Rheinauhafen. Kaum zu glauben, dass darin ca. 380 Zuschauer Platz finden. Auch mag es beim Eintreten verwundern, dass die Bühne in der Mitte nur aus einem kleinen Rund von ein paar Metern Durchmesser besteht. Und man fragt sich, wo denn bitte hier eine Show mit Artisten stattfinden soll. Aber es funktioniert. Die Show ist gigantisch. Und die extreme Nähe des Publikums zu den Darstellern macht das Ganze zu einem einzigartigen Erlebnis.
Es ist kein Zirkus im herkömmlichen Sinne: der Cirque Bouffon, als einziger Vertreter des französischen Nouveau Cirque in Deutschland, ist mehr ein Theaterstück, das mit den Elementen Artistik, Tanz und Musik dem Zuschauer seine Geschichten erzählt. Und das ist dem Regisseur Frederic Zipperlin, einer der Mitbegründer des Cirque Bouffon und ehemaliges Mitglied des weltberühmten Cirque du Soleil mit seinem neuen Programm "Angell Vol. 2" gelungen.
Kleiner Einsatz – große Wirkung
Es beginnt mit wunderschönen Bildern, die nur mit Hilfe eines geschwungenen Tuchs entstehen, unter dessen wogenden Wellen die einzelnen Artisten zum Vorschein kommen. Anrührend auch die Figur in der durchsichtigen Kugel, die, dargestellt von Frederic Zipperlin, bereits in Angell Vol.1 die Zuschauer faszinierte. Und es sind weiterhin die feinen Dinge, die mit kleinem Einsatz große Wirkung zeigen: eine schwingende sprechende Glühbirne, die die Darsteller in Bewegung versetzt. Oder eine Feder, die mit Hilfe von Ventilatoren zum Schweben gebracht wird. Stets untermalt von einer mal traurig tragenden bis hin zur fröhlich-heiteren Musik, die von Kontrabassist Sergej Sweschinski eigens für "Angell Vol.2" komponiert wurde.
Bei aller Freude an den leiseren Darbietungen sind es aber doch die akrobatischen Einlagen, die die Zuschauer faszinieren. Allen voran die beiden vietnamesischen Künstler Anh und Dinh, die atemberaubende Partnerakrobatik ohne irgendwelche Hilfsmittel präsentieren. Wunderschön auch die Reifen-Nummer von Natalya Nebrat, die gefühlvoll ihre Kunst in Kombination mit dem Kontrabass-Spieler Sergej Sweschinski darbietet. Schwindelerregend die Seilartisten, die hoch über dem Publium schwebend Akrobatik vom Feinsten präsentieren. Fast immer musikalisch begleitet von den lautstarken Gesängen einer gigantischen Zirkusdirektorin Anja Krips und den Künstlern an Xylophon, Akkordeon und Kontrabass.
Aber was wäre ein Zirkus ohne Clown. Der tritt zur Freude des Publikums immer wieder in Erscheinung mit seinen kleinen mal traurigen, mal komischen, aber immer gefühlvollen Einlagen, die die Zuschauer rühren oder auch zum Lachen bringen. Seine Geschichten rund ums Fliegen sind dabei so einfach und doch so wirkungsvoll, wenn er z.B. einen Teebeutel aufschneidet, leert und anzündet, damit dieser sich leise erhebt. Voller Magie ist auch das letzte Bild der Aufführung, wenn der Liebling der Zuschauer in einer Wolke aus Federn davonschwebt.
Fazit der Redaktion von Koeln-Magazin.de
Cirque Bouffon mit seinem neuen Programm "Angell Vol 2" ist zauberhaft. Gefühlvoll inszeniert, hamonisch, überraschend und fantasievoll. Die artistischen Darbietungen sind atemberaubend und absolut sehenswert. Das Programm ist kurzweilig und nimmt den Zuschauer mit auf eine wunderschöne Reise, die mit der Welt da draußen vor dem Zirkuszelt nichts mehr zu tun hat. Wer "Angell Vol. 1" gesehen hat, wird so manche Darbietung wiedererkennen. Was dem Zauber und der Atmosphäre jedoch keinen Abbruch tut. Cirque Bouffon muss man gesehen und erlebt haben. Sehr zu empfehlen für Alt und Jung und Kinder ab dem Schulalter.
Ute Hayit
Vorstellungen:
22.06.-17.07.2011, jeweils Mittwoch, Donnerstag, Freitag um 20 Uhr, Samstag 17 Uhr und 20.30 Uhr, Sonntag 14 Uhr und 17 Uhr.
Eintritt: 34 € / 29 €, Kinder (5-14 Jahre) 22 € /19 €, Kinder bis einschließlich 4 Jahre haben freien Eintritt
Familientickets nur Samstag (17 Uhr) und Sonntag (14 Uhr): 2 Erwachsene / 2 Kinder: 82 €, 2 Erwachsene / 1 Kind 67 €. Rollstuhlfahrer und ein Begleiter benötigen nur eine Karte.
Karten sind im Vorverkauf erhältlich bei <link http: www.koelnticket.de>www.koelnticket.de sowie an der Abendkasse.