Schon die lange Schlange vor dem Gloria Theater machte deutlich, dass Rainald Grebe kein kleines Licht in der Comedy-Welt ist. Alte und Junge, schick Angezogene und Alternative warteten über eine Stunde auf den Einlass – ein Publikum, das gemischter kaum sein könnte.
Grebes „Sommer- Spezial“ ist ein Mix aus Altem und Neuem: Sowohl einige seiner „Klassiker“ als auch neue Lieder des Schlagzeugers Martin Brauer wurden gespielt. Die Songs beinhalten meist gesellschaftliche oder politische Themen. So wurde in der ersten Hälfte des Konzerts das Leben in der Stadt und auf dem Land thematisiert. Auch aktuelle Politik floss in das Programm mit ein. So begann Rainald Grebe das Stück „Ich bin der Präsident“, ein Lied über die Überflüssigkeit des Präsidentenamts in Deutschland, dieses Mal mit „Ich bin der Christian Wulff“. In der zweiten Hälfte waren dann eher ältere Songs zu hören.
Kleine Pannen in der Technik waren für Grebe kein Hindernis, das Publikum bei Laune zu halten. Und dieses würdigte seine Improvisationen und seinen gesamten Auftritt mit viel Applaus und sichtlich viel Freude.
Das einzige Manko des Abends waren die Räumlichkeiten: Zwar wurde im Vorhinein darauf aufmerksam gemacht, dass es an diesem Abend nur Stehplätze im Gloria Theater geben werde. Aber man war nicht darauf vorbereitet, dass dauerndes Gedrängel und teilweise schlechte Sicht auf die Bühne die Freude am Auftritt mindern könnten. Dass in den warmen Räumen während des Auftritts keine Getränke ausgegeben wurden, trug auch nicht gerade zur Wohlfühl-Atmosphäre bei.
Fazit der Koeln-Magazin.de-Redaktion:
Rainald Grebe auf der Bühne zu sehen, ist immer wieder ein Genuss. So ist auch sein Sommer-Spezial Comedy vom Feinsten. Vorausgesetzt man darf das dreistündige Programm im Sitzen erleben. Für 18 Euro Eintritt hätte man im Kölner Gloria Theater ein bisschen mehr Gemütlichkeit und Service durchaus erwarten können.
Karima Hayit