Die Stadt Köln informiert auf einer Pressekonferenz vom 11. März 2020 über die derzeitigen Auswirkungen des Corona-Virus. Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Leiter des Krisenstabs Stephan Keller, Leiter des Gesundheitsamtes Johannes Nießen und Dezernent für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Wohnen Harald Rau berichten über den aktuellen Stand.
Die Zahl der infizierten Personen in Köln sei über das Wochenende des 7. und 8. März gestiegen, so Reker. Insgesamt 54 Personen sind positiv auf das Virus getestet worden und derzeit in Quarantäne – davon 48 Personen in häuslicher und fünf in stationärer Isolierung*. Eine Person sei wieder vollständig genesen und bereits entlassen worden.
Längst schon müssen Kölner strengen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ins Auge sehen. Der seit dem 10. März vom Land veröffentlichte Erlass für Großveranstaltungen verbietet Events mit mehr als 1000 Teilnehmern. Das zieht erhebliche Konsequenzen nach sich: Die alljährliche Literaturveranstaltung Lit.Cologne findet nicht statt, große Konzerte werden abgesagt, und Fußballspiele müssen ohne Fans im Stadion auskommen.
Der Erlass gelte jedoch nur für Veranstaltungen. Institutionen und Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten, so Rau, gehörten nicht dazu. Dennoch seien mittlerweile vier Schulen durch das Virus betroffen. In drei von vier Fällen habe man Teillösungen gefunden und einzelne Klassen vom Unterricht befreit. Nur die Maternus-Grundschule in Nippes bleibt bis zum 20. März vollständig geschlossen.
Stadt Köln handelt
Weitere Methoden der Stadt sollen das Risiko einer Infektion minimieren. Um Türgriffe nicht mehr berühren zu müssen, werden Drehtüren öffentlicher Gebäude außer Betrieb gesetzt und Nebeneingänge geöffnet. So soll, nach Keller, die Infektionskette unterbrochen werden. Außerdem wurden „die Kapazitäten der Stadtverwaltung im Home-Office verdreifacht“.
Für Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern muss vom Betreiber eine Checkliste der Stadt ausgefüllt werden. Diese erfasst relevante Infos zur Besucherzahl, Dauer und Lage der jeweiligen Veranstaltung und schätzt durch ein Punktesystem die Chancen einer Virusübertragung ein. Ist die Punktzahl zu hoch, kann das Event nicht stattfinden. Eine Alternative zu abgesagten Veranstaltungen ist für viele der Livestream. Wie ein Konzert des Gürzenich Orchesters, sollen auch kommende Auftritte live über das Fernsehen übertragen werden.
Fakt ist: Die Kölner werden auch in Zukunft auf viele öffentliche Ereignisse verzichten müssen – freiwillig und unfreiwillig. Für die eigene Sicherheit sind weiterhin bewusst große Menschenmengen zu vermeiden. Trotz alledem muss Hygiene, so der Appell der Stadt, an oberster Stelle stehen: Regelmäßiges Händewaschen darf nicht vernachlässigt werden.
Text: Maike Hartmann
*Update vom 12. März 2020: Die auf der Pressekonferenz vom 11. März genannte Zahl von 51 Infizierten in Köln hat sich mittlerweile auf 54 erhöht.
*Update vom 14. März 2020, 10 Uhr: Die Zahl der Infizierten beträgt 154.