Mathias Härchen, stellvertretender Geschäftsführer in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln und dort für den Mittelstand verantwortlich, ist zufrieden: Der 7. Jahresempfang des Netzwerkes Mittelstand war so gut besucht wie noch nie zuvor. Über 400 Networker trafen sich in der Kölner Industrie- und Handelskammer.
Rekordbeteiligung beim diesjährigen Neujahrsempfang IHK Mittelstand
Birgit Felden ist die Vorsitzende des Netzwerkes. Die ehemalige Judomeisterin leitet ein von ihr gegründetes Beratungsunternehmen mit ca. 20 Mitarbeitern und lehrt und forscht in Berlin als Professorin an der Fachhochschule über das Thema Unternehmensnachfolge.
In ihrem Begrüßungsvortrag sinnierte sie über die „Intuition“ als Triebfeder unternehmerischen Handelns. Sie plädierte für offene, transparente Kommunikation. Gleichzeitig forderte sie von Unternehmern aber rationale und nachvollziehbare Entscheidungen.
Im anschließenden Grußwort des Kölner Bürgermeisters Hans-Werner Bartsch wurde versichert, dass die Stadt Köln sich für den Dialog mit Kölner Unternehmen engagiert. Der leblose Vortrag des Bürgermeisters ließ diese Aussage aber eher als Lippenbekenntnis erscheinen.
Launisch, aber Köln-verliebt, referierte NRW-Staatssekretär Marc Jan Eumann (SPD) über die Rolle Kölns als Zentrum der deutschen Kreativ-Wirtschaft. Köln ist in diesem Bereich bundesweit führend. Neben den großen Medienunternehmen wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) oder RTL sind es überwiegend kleinere und mittlere Kreativ-Unternehmen, die sich in Köln etabliert haben.
Manch einer der anwesenden Unternehmer mag sich dabei gefragt haben: Kann sich mit dem Ergebnis von Schweiß und Tränen von kleinen und mittleren Unternehmern ein NRW-Landespolitiker rühmen? Denn auch in Köln heißt es für unabhängige Kreativ-Unternehmer täglich: zeitfressende Verwaltungsaufgaben, Kampf um neue Kunden und immer wieder Mut zu Entscheidungen und Veränderungen. Vielleicht sollte sich so mancher Politiker und auch die recht schwerfällig wirkende IHK-Köln diese Unternehmer zum Vorbild ihres Handelns nehmen, statt sich mit ihnen zu rühmen.
Nach den Vorträgen begann das obligatorische „Netzwerken“. Zwanglos unterhielt man sich in geselligen kleinen Runden. Mathias Härchen war erfreut über das positive Feedback, das er dieses Jahr beim Neujahrsempfang erhalten hat. Er wird die Mittelstandskontakte der IHK im Jahr 2011 weiter vorantreiben.
Dem Kölner Software-Unternehmer <link internal-link>Mike Gahn, 39, gefielen die vielen netten Gespräche. Der Initiator von „<link http: www.wir-retten-unser-stadtarchiv.de _blank external-link-new-window>Wir retten unser Stadtarchiv“ und stellvertretender Vorsitzende des Ausschusses Informationstechnologie (ITK) in Köln wünscht sich von der IHK gerade im Bereich Mittelstand zügige und ständige Innovation. Für sein Unternehmen beyondSoft GmbH erwartet er im Jahr 2011 steigende Umsätze auf einer stabilen Grundlage.
Erfolgreiche Mittelständler: v.l. Birgit Felden, Mike Gahn und Nicole Grünewald
Auch IT-Unternehmer Sebastian Fränk, 39, von ProNetwork war von der freundlichen Atmosphäre angetan. Er war aber ein wenig enttäuscht, dass zwar viel von Medien- und Kreativwirtschaft gesprochen wurde, der IHK-Ausschuss ITK aber unerwähnt blieb. Fränk rechnet im Jahr 2011 damit, dass sein Unternehmen wieder an die guten Ergebnisse des Jahres 2008 heranreicht.
Bei Kölsch und Fingerfood endete ein geselliger Abend des Netzwerkes Mittelstand der IHK Köln, das sich als Diskussions- und Informationsplattform versteht.
Ertay Hayit
Tanja Kinstle, bei der IHK auch für die Unternehmensförderung zuständig, und
Mathias Härchen, stellvertretender Geschäftsführer IHK