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Der digitale Wandel in den Medien: Medienforum NRW 2016 in Köln

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eröffnet das Medienforum NRW gemeinsam mit der ANGA COM in der Koelner Messe

Hannelore Kraft auf dem Medienforum NRW

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin NRW, hält die medienpolitische Eröffnungsrede

Das 28. Medienforum NRW startete am Dienstag, dem 7. Juni 2016, in Köln. Dort stehen bis Donnerstag, 9. Juni, die Zukunftsthemen der Medien im Mittelpunkt. Die Teilnehmer diskutieren die aktuellen Entwicklungen der Medienordnung in Fernsehen und Journalismus, Bewegtbild und Radio und präsentieren in Fallstudien innovative Formate, Plattformen und Technologien.

Nach der gemeinsamen Eröffnung mit der ANGA COM in der Koelnmesse mit einem medienpolitischen Schwerpunkt geht es am Mittwoch und Donnerstag beim Medienforum NRW in der IHK Köln erneut um die Frage, was die fortgesetzte digitale Transformation für die Inhalte und Strukturen von Fernsehen, Radio und Journalismus bedeuten. Die ANGA COM setzt ihren Kongress zeitgleich mit den Programmteilen Strategie und Technik für ihre Besucher aus der Medien- und Breitbandbranche in der Koelnmesse fort.

In ihrer Eröffnungsrede fordert NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mehr Zivilcourage in einer Gesellschaft, in der Ausländerfeindlichkeit und Mobbing gegen Andersdenkende immer mehr offen ausgelebt werden. Sie wünscht sich auch eine „digitale Zivilcourage" und schlägt einen „Net-Codex NRW" vor, in dem das Verhalten im Web Regeln unterworfen wird. Aber nach ihrer Ansicht sei dieses Thema nicht nur NRW-weit, sondern bundesweit und auch europaweit zu diskutieren. Nur so könne laut Kraft ein Zusammenhalt in der Gesellschaft beibehalten werden.

Die Situation der Medien im digitalen Wandel beschreibt Kraft recht präzise. Medien hätten nach wie vor eine hohe Verantwortung in der Gesellschaft. Aber zu einem sei der Kraftaufwand für die Medien enorm, den hohen Standard des professionellen Journalismus weiterhin zu halten. Zum anderen seien Medien untereinander im großen Wettbewerbsdruck und von ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich aufgestellt. Deshalb solle die Politik Rahmenbedingungen schaffen, dass der Wettbewerb innerhalb der Medien fair bleiben kann. Auch dies sei eine Aufgabe, die nur innerhalb der europäischen Gemeinschaft zu lösen sei.

Pressefreiheit darf uns laut Kraft nicht gleichgültig sein. Sie sei die Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Insbesondere dürfe man herabsetzende Phrasen oder Bezeichnungen wie „Lügenpresse" nicht zulassen.

Die Eröffnungsdiskussion über das aktuelle Medienverhalten führten dann Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin Mediengruppe RTL Deutschland, und Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.

Eine Vielzahl spannender Workshops findet in den drei Veranstaltungstagen sowohl auf ANGA COM als auch auf dem Medienforum NRW 2016 im Anschluss an die Eröffnung im Stundentakt statt.

Ertay Hayit

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