Laut des Sozialverbandes VdK geht in Köln die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. In der Domstadt gilt mittlerweile jeder siebte Einwohner als armutsgefährdet. „Armut ist für immer mehr Menschen in Köln bittere Realität“, konstatiert Karl-Heinz Fries, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK NRW. Für Fries ist insbesondere die Altersarmut eines der „größten Übel unserer Zeit und Gesellschaft“. Er betont, dass auch diejenigen, die ihr Leben lang hart gearbeitet oder Kinder und Verwandte versorgt haben, zunehmend unter Armut leiden. „Weil ihre Rente nicht zum Leben reicht, müssen die Menschen immer häufiger den traurigen Gang zum Sozialamt antreten“, stellt Karl-Heinz Fries fest und fügt hinzu, dass sein Verband die Altersarmut zu keiner Zeit als gesellschaftliche Normalität hinnehmen werde.
Ein besonderes Augenmerk legt der Sozialverband auf Menschen mit Behinderung, die, so Fries, in unserer Gesellschaft nach wie vor einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt seien. Mehr als 100.000 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung leben zurzeit in Köln. 54 Prozent von ihnen sind 65 Jahre und älter. Karl-Heinz Fries möchte mit seiner Arbeit einen Beitrag dazu leisten, dass die Gesellschaft für die Chancenungleichheit behinderter Menschen sensibilisiert wird.
„Vergleichsweise niedrigere Schulabschlüsse und fehlende Berufsausbildung in Relation zu nicht behinderten Menschen sind ein Grund dafür, dass in Deutschland nur etwa die Hälfte der Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz findet“, so der Vorsitzende des Sozialverbandes. Um die vielfältigen Fähigkeiten und Talente behinderter Menschen aufzuzeigen, verleiht der Sozialverband jährlich einen Preis für Menschen mit Behinderung in Beschäftigung und Ausbildung.
Der Sozialverband VdK ist mit 1,6 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW e.V. sind über 269.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und 8 Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Pflegebedürftigen, Empfängern von Leistungen nach Hartz 4 und Opfern von Unfällen und Gewalt.
Text: Roman Schröder