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Drei kleine Tiger im Kölner Zoo

Jungtiere sind drei Wochen alt. Sie stammen von einem im Frühjahr 2011 neu in den Kölner Zoo geholten Amurtigerpaar ab.

Der Amurtiger-Nachwuchs des Kölner Zoos (Foto: A. Sliwa/Zoo Köln)

Nachdem im Kölner Zoo die 7-jährige Amurtigerin „Hanya“ aus dem African Safari Park bei Toulouse/Südfrankreich mit dem 3-jährigen Tigerkater „Altai“ aus dem Howletts Wild Animal Park in Südengland sich aneinander gewöhnt hatten, kam es Ende Juli zu Deckakten.

109 Tagen nach dem ersten Decktermin wurden vier Tigerjungtiere geboren. Die Mutter kümmerte sich von Anfang an sehr liebevoll um die Jungtiere. Leider starb eines der Jungtiere nach 6 Tagen, vermutlich an Schwäche. Dies ist bei einem so großen Wurf bei Tigern nichts ungewöhnliches, denn im Durchschnitt werden meist nur zwei Jungtiere im Freiland bei der Mutter beobachtet, sobald sie die Aufzuchthöhle verlassen.

Bei einem durchschnittlichen Geburtsgewicht von 1300 - 1500g müssten die Jungtiere nun ca. 4000 g auf die Waage bringen. Augen und Ohrmuscheln sind geöffnet und die Sehschärfe ist mit nun 3,5 Wochen vollständig ausgebildet. Die ersten Milchzähne sind durchgebrochen.

Die erste Impfung wird mit ca. 6 - 8 Wochen erfolgen und die Nachimpfung steht dann weitere vier Wochen später an. So lange der Impfschutz nicht gegeben ist und auch die motorischen Fähigkeiten, mit dem steilen Gelände und dem tiefen Wassergraben der Außenanlage zurecht zu kommen, kann der Kölner Zoo die Jungtiere der Öffentlichkeit noch nicht zeigen. Man rechnet aber damit, dass es ab Anfang Februar 2012 soweit sein wird.

Zuletzt zog eine Amur- oder Sibirische Tigerin Nachwuchs vor 20 Jahren, d.h. im Jahr 1991 im Kölner Zoo auf. Der Sibirische Tiger, besser Amurtiger genannt, kommt im Amur- und Ussurigebiet des russischen Fernen Ostens, nahe der Hafenstadt Wladiwostok vor.

Nach einem katastrophalen Rückgang dieser Tiger-Unterart auf nur noch ca. 50 Tiere um 1940 haben sich die frei lebenden Bestände durch konsequente Schutzmaßnahmen durch die russische Regierung auf ca. 400 erhöht. Ihnen droht aber, wie allen Tigern weltweit, weiterhin die Ausrottung durch Lebensraumzerstörung, Überjagung ihrer natürlichen Beute, Krankheitsübertragung durch Haushunde und besonders der Wilderei zur Verwendung in der Traditionellen Chinesischen Heilmedizin. In letzterer wird jedem Körperteil des Tigers heilenden Wirkung zugesprochen.

Inzwischen schätzt man den Gesamtbestand freilebender Tiger auf nur noch ca. 4.000 Tiere. Auf jeden freilebenden Tiger kommen in Asien inzwischen über 825.000 Menschen, da er in den von Menschen am dichtesten besiedelten Gebieten vorkommt. Zoos leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiger durch koordinierte Zuchtprogramme, wie etwa das 1985 ins Leben gerufene Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP), in dem momentan 280 Amurtiger in 90 Haltungen koordiniert werden.

Aber auch durch die Aufklärung der weltweit jährlich 600 Millionen Zoobesucher, das Sammeln von Spenden für Schutzmaßnahmen, jährlich ca. 6 Millionen US$, und die Bereitstellung von Fachwissen und aktiver Hilfe, versuchen Zoos, dem Tiger zu helfen.

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