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Europa brennt. Kunst der Völkerwanderungszeit

Ausstellung im Römisch-Germanischen Museum anlässlich des 150. Geburtstags von Johannes Freiherr von Diergardt

Das Römisch-Germanische Museum zeigt die Sammlung Diergardt

Den 150. Geburtstag des Barons Johannes Freiherr von Diergardt nimmt das <link internal-link>Römisch-Germanische Museum vom 19. Juni bis 15. November 2009 zum Anlass, Meisterwerke der Goldschmiedekunst aus einer Zeit tiefgreifender Umwälzungen zu zeigen: Die Ausstellung „Europa brennt“ lenkt den Blick auf die sehr bewegten Jahrhunderte zwischen Spätantike und Mittelalter.

Die Zeit der Völkerwanderung war eine Epoche ständiger Migrationen und Unruhen in Eurasien und Europa. Das Römische Reich ging unter, junge Völker überrannten die Alte Welt. Die neuen Gesellschaften schufen eine eigene Kunst, als Familienvermögen mitgeführt auf den Wanderwegen quer durch Europa. Der geographische Horizont der Sammlung Diergardt reicht von den Skythen bis zu den Wikingern, vom Westen Europas bis in die Steppen Russlands. Die Kollektion bewahrt ein Erbe der Völkerwanderungszeit – das Römisch-Germanische Museum stellt die kostbaren Kleinkunstwerke in einer Schatzkammer auf Zeit in ein neues Licht.

Johannes Freiherr von Diergardt (1859-1934) war in der ausgehenden Kaiserzeit und in der Weimarer Republik weltweit der größte private Sammler völkerwanderungszeitlicher Kunst und zugleich Mäzen archäologischer Forschungen. Aus rheinischem Adelsgeschlecht stammend, residierte er auf Schloss Bornheim bei Bonn. Angeregt durch fränkische Grabfunde in der Nachbarschaft seines Familiensitzes baute von Diergardt unter wissenschaftlicher Beratung der Preußischen Museen in Berlin eine umfangreiche Sammlung antiker und frühmittelalterlicher Kleinkunstwerke auf.

Nach dem Tod des Barons 1934 zeigte neben anderen auch Heinrich Himmler, Reichsführer SS, dezidiertes Interesse an der Sammlung Diergardt. Er beanspruchte die „germanischen“ Kunstwerke für die weltanschauliche Schulung seiner Schutz-Staffel. Trotzdem gelang es der Stadt Köln, die Kollektion gegen diese Widerstände mit öffentlichen und privaten Mitteln schrittweise zu erwerben. Noch im Todesjahr des Barons ließ sie die Kunstwerke aus den Berliner Museen in die Römische, seitdem Römische und Germanische Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums überführen. In den Augen der Staatlichen Museen zu Berlin war dies ein herber Verlust.

Die Ausstellung ist vom 19. Juni bis zum 15. November 2009 zu sehen und täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, öffentliche Führungen gibt es jeden Dienstag um 16 Uhr.

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