Die historischen Vereine und Gesellschaften in Köln und im Rheinland verfolgen mit großer Sorge die derzeitige Diskussion über den Neubau des Historischen Archivs der Stadt Köln sowie der Kunst- und Museumsbibliothek. Sie befürchten, dass die Wünsche der Nutzer sowie die Stadtgesellschaft insgesamt zu kurz kommen.
Die historischen Vereine kritisieren die Untätigkeit des Stadtrats. Obwohl ein städtisches Grundstück und ein Ratsbeschluss zum Bau am Eifelwall vorliegen, so die historischen Vereine, sei der Stadtrat bisher nicht aktiv geworden. Weiter wird angeführt, dass es schlichtweg skandalös sei, wie die politische Mehrheit im Rat derzeit mit dem Neubau für die von Hunderten Freiwilligen geretteten Archivalien umgehe. „Dies zeugt nicht nur von Taktlosigkeit gegenüber dem historischen Erbe, sondern auch von einer Missachtung der geleisteten Arbeit von Archivaren und freiwilligen Helfern gerade in der Zeit der Rettung von Archivalien nach dem Einsturz“, so die Stellungnahme der Kölner historischen Vereine und Gesellschaften. Die Vereine machen deutlich, dass sie allen Plänen, den Neubau zu verkleinern, auszusetzen oder zu verlagern, eine klare Absage erteilen.
Ein weiterer Kritikpunkt richtet sich gegen die geplante Auflösung der Kunst- und Museumsbibliothek. „Die Auflösung dieser einzigartigen Bibliothek zeugt von kulturpolitischem Barbarentum“, so das Plädoyer der historischen Vereine.