Henriette Reker ist die parteilose Oberbürgermeister-Kandidatin für die Kommunalwahl in Köln. Sie ist zur Zeit Sozialdezernentin der Stadt Köln. Am Samstag morgen, 17.10.2015 wurde sie kurz nach 9.00 Uhr auf dem Wochenmarkt in Köln-Braunsfeld mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt. Sie war dort im Wahlkampf. Vier weitere Wahlkampf-Helfer wurden durch den Messerstecher ebenfalls zum Teil schwer verletzt.
Reker wurde nach einem Notruf, der um 9.04 Uhr bei der Kölner Feuerwehr eintraf, sehr schnell von Rettungsanitätern und -ärzten erstversorgt und dann in Kölner Universitäts-Klinik transportiert. Dort wurde sie notoperiert und befindet sich nach Angaben der Ärzte außer Lebensgefahr. Auch die vier anderen Verletzten sollen sich außer Lebensgefahr befinden.
Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei noch am Tatort festgenommen. Es handelt sich nach Auskunft der Polizei um einen 44jährigen Maler und Lackierer, der seit einigen Jahren arbeitslos sei und von staatlicher Unterstützung (Hartz IV) lebe. Gegenüber der Polizei soll er als Grund für seine Tat fremdenfeindliche Motive angegeben werden.
Nach dem ersten Eindruck der Polizei handelt sich um einen Einzeltäter. Es wird aber noch in allen Richtung ermittelt. Auch wird der mutmaßliche Täter auf seinen geistigen Gesundheitszustand untersucht.
Politiker aus allen Parteien aus Köln, NRW und auch der gesamten Bundesrepublik zeigten sich tief betroffen und verurteilten die Tat. Allen voran Rekers ärgster Konkurrent Jochen Ott, der Oberbürgermeister-Kandidat der SPD. Er beendet nach Bekanntwerden der Tat aus Solidarität mit Reker seinen Wahlkampf.
Der amtierende Oberbürgermeister Jürgen Roters wirkte auch noch Stunden später auf der eilends einberufenen Pressekonferenz sichtlich mitgenommen und erklärte: „Eine solche Attacke im Herzen unserer Stadt, mitten im Leben auf einem Wochenmarkt, ist unfassbar. Den Menschen vor Ort konnte ich den tiefsitzenden Schock ansehen. Die gesamte Atmosphäre vor Ort hat mich tief bewegt und erschüttert.
Ein solches Attentat auf eine Oberbürgermeisterkandidatin am Tag vor der Wahl ist ein hinterhältiger Angriff auf ihre Person. Es ist aber auch ein Angriff auf das öffentliche Leben und auch ein Angriff auf die Demokratie.
Ich und meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Stadtvorstand sind sehr betroffen und wünschen Frau Reker und den anderen Verletzten eine schnelle und gute Genesung. Die Nachricht, dass der Gesundheitszustand von Frau Reker und der anderen Verletzten stabil ist, ist eine gewisse Erleichterung."
Die Oberbürgermeister-Wahl findet unabhängig von dem Attentat am 18.10.2015 wie geplant statt. Dies entschied die Wahlleiterin Gabriele C. Klug nach Prüfung der gesetzlichen Regelungen des Kommunalwahlgesetzes Nordrhein-Westfalen.
Oberbürgermeister Roters rief dazu auf, trotz des Attentats an der Wahl teilzunehmen: „Trotz des schrecklichen Ereignisses ermutige ich alle Bürgerinnen und Bürger, sich nicht einschüchtern zu lassen und morgen von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.“
<link http: medien-marketing-meinung.de>Ertay Hayit
Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker bei Attentat schwer verletzt
Jürgen Roters, Kölner Oberbürgermeister und Johannes Feyrer, Leiter der Berufsfeuerwehr Köln auf der Pressekonferenz am Samstag nachmittag (Foto: Ertay Hayit)
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