So langsam scheint es sich herumzusprechen, dass die Bundestagsabgeordnete der SPD, <link external-link-new-window external link in new>Dr. Lale Akgün, einmal im Monat zu einem ungezwungenen Talk in ihren Wahlbezirk, der Kölner Südstadt, lädt. Ort der Veranstaltung ist die Kneipe „Spielplatz“ am Ubierring.
Gesprächsgast am 5. Juni: Klaus Ulonska, ehemaliger Leichtatlethik-Leistungs- sportler und seit drei Jahren 1. Vorsitzender von Fortuna Köln.
Thema der Gesprächsrunde: ein engagiertes Plädoyer für mehr gelebte Integration. Die seit drei Jahren miteinander befreundeten Akgün und Ulonska gaben ein Beispiel dafür, dass Integration ein parteiübergreifendes und verbindendes Anliegen sein kann. Dr. Lale Akgün ist Expertin für Integrationsfragen in der SPD. Und Klaus Ulonska, nach eigenen Angaben „strammer CDU-Mann“. Er hat sich seit seiner Amtsübernahme bei der Fortuna in der integrationsfördernden Jugendarbeit engagiert. Sowohl Ulonska als auch Akgün gaben Einblicke und Beispiele, wie sie sich vorbildhafte Integrationsarbeit vorstellen.
Beide verwiesen sowohl auf die präventive als auch auf die identitätsstiftende Wirkung der Jugendarbeit und schlossen das kirchliche Engagement ausdrücklich mit ein. So werden sportlich aktive Jugendliche nachweislich weniger kriminell oder drogenabhängig. Der Sportverein wird wie eine Art Familie erlebt. Hierzu gab Akgün Beispiele aus ihrer 15- jährigen Zeit als Psychotherapeutin in Köln. In diesem Umfeld erlebte sie hautnah, wie sich immer mehr Familienstrukturen aus sozialen Gründen auflösen. Ulonska forderte jeden auf, in seinem Bereich integrativ tätig zu werden. Sowohl die „große Politik“ als auch die Kommunalpolitik schloss er hierbei ausdrücklich mit ein. Er verwies darauf, dass auch die ehrenamtliche Vereinsarbeit bei einer Jugendbeihilfe von gerade mal 8,50 Euro pro Person an ihre Grenzen stößt. Auch Agkün gab Beispiele dafür, warum auch im politischen Berlin PR-Arbeit in Sachen gelebter Integration dringend erforderlich ist.
Die abschließenden Fragen und Kommentare der Zuhörer fanden auch an diesem Abend direkt in kleiner Runde und ungezwungener Atmosphäre an den Tischen statt.
Am Ende blieb der Eindruck, dass das politische Interesse der Zuhörer zu wachsen scheint. Dies ist vor allem der Initiative und dem Verlauf von Akgüns Talks zu verdanken. Lale Akgün gibt als ganz bürgernahe Politikerin ein vorbildhaftes Beispiel dafür, was man gegen die grassierende Politikverdrossenheit unternehmen kann.
Der nächste Talk mit Lale Akgün im „Spielplatz“ findet nach der Sommerpause am 21. August 2008 um 20 Uhr statt. Als Gesprächsgast wird sie den Kabarettisten Fatih Cevikkollu begrüßen.
Michael Krups