Milan Sladek, Gründer des Theaters „Kefka“, initiierte und leitete über elf Jahre das bekannte Gauklerfestival in Köln. Auch deshalb ist die Domstadt zu seiner zweiten Heimat neben Bratislava geworden. Schon in jungen Jahren entdeckte der gebürtige Slowake seine Leidenschaft für das Puppenspiel. Über verschiedene Ausbildungen fand er schließlich seine Berufung als Pantomime. Jedoch ist er mehr als ein mimischer Künstler: Er inszenierte als Regisseur in Korea auch Stücke wie „Die Hochzeit des Figaro“.
Pantomime ist für Milan Sladek die absolute Form des Theaterspielens. Besonderen Wert legt er dabei auf die Fähigkeit, den eigenen Körper und seine Ausdrucksmöglichkeiten wahrzunehmen und gezielt einzusetzen. Nach seinem Verständnis hat die Kunstform „Pantomime“ viele Facetten und besteht nicht einzig aus solistischen Darbietungen. Sladek schöpft seine Ideen aus seinem Inneren. Sie sind ihm Bedürfnisse, denen er Form verleiht, sobald sie „gereift“ sind. Dabei wird jedes Thema für sich aufbereitet und konzipiert. Denn Pantomime ist für ihn keine Nachbildung oder Nachahmung erzählter Geschichten. Milan Sladek verfasst seine Stücke meist selbst. So hat er bereits ca. 40 Pantomime-Stücke geschrieben: sowohl eigenständige Entwicklungen als auch inspiriert von Literatur oder Musik.
Das Festival anlässlich seines 70. Geburtstags am 23. Februar 2008 beginnt bereits am 8. Juni 2007 mit verschiedenen Produktionen unter dem Motto „Mime & Jazz“. Die Kölner Spielzeit des Festivals startet dann am 14. September mit der „Hochzeit des Figaro“ von Mozart. Hier werden Vorstellungen für Kinder und Erwachsene angeboten. Bei den Figaro-Aufführungen handelt es sich um ein Puppenspiel, bei dem annähernd lebensgroße Puppen von jeweils drei Schauspielern bewegt werden. Im November startet ein Projekt im Römisch-Germanischen Museum: Milan Sladek präsentiert mimische Tänze auf dem Dionysos-Mosaik angelehnt an die römische Mythologie. Der Pantomime versucht mit dieser Konzeption, die mimischen Tänze der alten Römer nachzubilden. In der Aufführung „Apocalyptica“ am 6. Januar 2008 verarbeitet Sladek biblische Themen nach verschiedenen Pantomime-Stilen. Zu sehen ist die Darbietung im Kölner Schauspielhaus. Diese und weitere Vorstellungen des Festivals sind angelehnt an vergangene Aufführungen Milan Sladeks, stellen jedoch eigenständige, neue Produktionen dar, in die er seine vielfältigen Erfahrungen einfließen lässt.
Der Vorverkauf beginnt am 15. Juni 2007. Die Karten können bei KölnTicket, im Internet oder telefonisch unter 0221-2801 erworben werden.