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Neujahrsempfang Netzwerk Mittelstand Köln

Rund 160 Gäste hörten: Jeder ist Netzwerker - Banken sind lieb - Politiker böse - Unternehmer nicht gut auf Bankgespräche vorbereitet

Neujahrsempfang Netzwerk Mittelstand: Vorsitzende Birgit Felden

Beim Neujahrsempfang des Netzwerks Mittelstand der Industrie- und Handelskammer Köln (IHK) am 18.1.2010 ging es für 160 Gäste um erfolgreiches Netzwerken. Das war auch das Thema des Vortrages, den die Vorsitzenden des Netzwerkes, Prof. Dr. Birgit Felden, vor den geladenen Netzwerkern hielt.

Nach Ansicht von Birgit Felden sind es auch kleine Schritte, die Veränderungen in Gang setzen können. Deshalb forderte sie ihre Zuhörer auf „Netzwerke aktiv zu pflegen und mit Leben zu füllen“. Der Einzelne habe in einem Netzwerk häufig mehr Macht, neue Impulse zu setzen, als es ihm zunächst erscheinen mag.

Eigentlich seien Netzwerke etwas Natürliches: "Jeder ist zwangsläufig vernetzt, durch Geschäftsbeziehungen, Kundenkontakte, Finanzpartner und selbstverständlich auch privat - das gilt für jeden Mitarbeiter, aber eben auch für Unternehmen als organische Einheiten. Das bedeutet ebenso zwangsläufig, dass Änderungen bei den einzelnen Netzwerkteilen sich bei anderen bemerkbar machen - ob positiv oder negativ", so die Unternehmerin und Netzwerk-Vorsitzende.

Gastredner des Abends war ein echter Prinz. Kein Karnevalsprinz, nein, sondern der Vorstandsvorsitzende der Kölner Bank, Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath. Er freute sich, zum Vortrag eingeladen worden zu sein, denn „Banker“ seien in letzter Zeit nicht sehr beliebt, wie er lächend die aktuelle Situation zum Berufsstand beschrieb. Und räumte gleich mit einem Vorurteil auf: Nicht alle Banken seien schlecht, sondern nur 20 von ingesamt 2.000 Banken. Und dies seien alles Banken, bei denen der Staat ein Wörtchen mitzureden hätte. Überhaupt sei es die Politik, die Unmögliches von den Banken fordere. Sie sei in Ihren Forderungen gegenüber Banken maßlos.

Den anwesenden Mittelständlern gab der dann einige gut gemeinte Ratschläge wie „Verbessern Sie Ihre Bonität“ oder „Führen Sie rechtzeitig Gespräche mit Ihrer Bank und nicht erst, wenn Sie in einer Krise sind“ oder „Bereiten Sie sich auf Bankgespräche gut vor“. Da war dann doch das eine oder andere Stirnrunzeln bei gestandenden Mittelstand-Gästen zu sehen. Diese schienen zu denken, dass solche profanen Tipps eher in ein Unternehmensgründer-Seminar gehören als auf ein Mittelstands-Treffen.

Gastredner Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath,
Vorstandsvorsitzender der Kölner Bank

Der Bank-Prinz versprühte aber auch Hoffnung für alle Gäste. Nach seiner Ansicht verbessere sich die Konjunktur in Zukunft. Allerdings langsamer als man es von anderen Krisen bisher gewohnt war.

Schlechte Unternehmen hätten aber auch bei besserer Konjunktur keine Chance. Was „schlechte“ Unternehmen sind, spezifizierte der Vorstandsvorsitzende allerdings nicht. Auch ging er nicht darauf ein, warum dann „schlechte“ Banken immer noch leben. Und warum Steuerzahler schlechte Banken, die doch auch schlechte Unternehmen sind, finanzieren sollen.

Aktuellen Äußerungen aus Bankenkreisen, Kreditinstitute fühlten sich nicht dem Gemeinwohl verpflichtet, verärgerte den Vorstandsvorsitzenden der Kölner Bank enorm. Er widersprach vehement: "Besonders Genossenschaftsbanken  fühlen sich ihren Märkten und dem Gemeinwohl verpflichtet, da unsere Eigentümer und unsere Kunden in diesen Märkten leben."

Nach den Vorträgen wurde es gesellig und die Gäste begannen mit klassischem „Networking“. Dabei war die Stimmung gut, Krisenangst unter den Mittelständlern war nicht erkennbar, auch wenn der Saal sich sehr schnell leerte.

160 Gäste folgten interessiert den Vorträgen

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