Nur zögerlich präsentierte sich Honigdachsweibchen „Honey“ am Donnerstag, den 31. Mai 2012 vor der Presse. Doch das Warten lohnte sich und „Honey“ ließ sich beim Verspeisen von Maus und Honigwabe beobachten.
Seit dem 24. Mai 2012 befinden sich die drei afrikanischen Honigdachse im Kölner Zoo. Ihr Zuhause ist in der ehemaligen Anlage für Feuerwiesel zwischen dem Löwen- und Tigergehege. „Bear“, das Männchen, ist 16 Jahre, seine Partnerin „Honey“ 13 Jahre alt. Die beiden wurden zusammen mit der fünfjährigen Tochter „BeeBee“ als Geschenk vom San Diego Zoo in Kalifornien nach Köln gebracht.
Nachdem sich die drei Honigdachse nach ihrer langen Reise an die neue Umgebung gewöhnt hatten, untersuchten sie bereits ihr neues Zuhause nach Schwachstellen. Denn die Haltung von Dachsen erweise sich als schwierig, erklärt Kurator Dr. Alexander Sliwa. Laut Sliwa sind Honigdachse „wahre Ausbruchskünstler“. Doch genau das ist es, was er an ihnen zu schätzen weiß und sie zu einer seiner „Lieblingstierarten“ macht: „Persönlich fasziniert mich an ihnen, dass sie besonders hartnäckig und intelligent sind. Und sie haben den Mut, sich gegen andere zur Wehr zu setzen. Sie kämpfen sehr hart um ihr Leben.“
Deshalb musste ihre Anlage auch ausbruchssicher konstruiert werden. Mit einem Maschendrahtzaun, einem Panzerrohr an Elektroleitungen befestigt und der Ankettung der Kletterbäume soll gewährleistet werden, dass die Tiere nicht aus ihrem Gehege flüchten können. „Immerhin gab es bisher keinen Ausbruchsversuch“, so Sliwa.
Das Fell der Honigdachse ist schwarz-weiß. Sie wiegen etwa 7-13 kg bei einer Länge von circa 60-80 cm und sind so groß wie der europäische Dachs, allerdings nicht mit diesem eng verwandt. Sie leben in Afrika und dem Nahen Osten. Jungtiere sind 18 Monate von ihrer Mutter abhängig und haben insgesamt eine Lebenserwartung von 30 Jahren. 
Guten Appetit: „Honey” beim Verspeisen einer Maus (Foto: Schultz / koeln-magazin.de)
Mit ihren langen gebogenen Krallen und ihrer dicken Haut, die sie vor Bienenstichen schützt, können sie nach ihrem Lieblingsfutter greifen: dem Honig. Dazu haben sie noch stabile Gliedmaßen sowie ein kräftiges Gebiss, um sich gegen Angreifer zu wehren. Oft sind die Angreifer ihre Artgenossen.
Aber Honigdachse ernähren sich nicht nur von Honig. Sie fressen außerdem kleine Nagetiere, Echsen sowie Giftschlangen wie Kobras und Puffotter. „Ein Honigdachs verträgt deutlich mehr Schlangengift als ein Mensch. Er bekommt zwar eine tennisballgroße Schwellung, überlebt diese jedoch“, erklärt Sliwa.
Aufgrund des aufwändigen Ausbaus des Geheges gibt es deutschlandweit nur noch einen weiteren Tierpark mit Honigdachsen. Und für die drei Tiere im Kölner Zoo werden derweil Tierpaten gesucht. Am Sonntag, den 3. Juni 2012 sind alle Paten zum jährlichen Patentag in den Zoo eingeladen. Die Patenschaft für die Honigdachse kostet 500 Euro im Jahr. Weitere Informationen dazu gibt es unter Tel. 0221 7785 185 oder per E-Mail <link>kammann-zoofreunde@koelnerzoo.de.
Britta Schultz
Neuzugang im Kölner Zoo: Die Honigdachse sind da
Neugierig betrachtet Honigdachsweibchen „Honey” sein neues Zuhause im Kölner Zoo (Foto: Schultz / koeln-magazin.de)
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