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Sport in den Medien: Expertenrunde diskutiert im Kölner Sport- und Olympiamuseum

Am Dienstagabend bat die Deutsche Olympische Gesellschaft zum 6. Herbstforum ins Kölner Sport- und Olympiamuseum. Das fachmännisch besetzte Podium diskutierte zum Thema: „Die modernen Medien – Chance oder Bedrohung für den Sport?“

OB Jürgen Roters (2. v.l.) mit den Gesprächsteilnehmern im Sport- und Olympiamuseum<br>(Foto: koeln-magazin.de)

Moderator Wolf-Dieter Poschmann vom ZDF diskutierte mit Vertretern regionaler und bundesweiter Medien, einem Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln sowie dem Pressesprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) über Möglichkeiten und Risiken der modernen Massenmedien für den Sport.

Ein zentrales Thema des Abends war die immer geringer werdende Medienpräsenz der Sportarten abseits der Publikumsmagneten Fußball und Formel 1. In Zeiten, in denen Sport und Medien sich immer mehr gegenseitig bedingen, verschwinden viele Sportarten zunehmend von der Bildfläche.

Wie es dazu kommen konnte und wie der Weg der „Randsportarten“ zurück in die Medien verlaufen könnte, darüber gingen die Meinungen teilweise stark auseinander. In die offene Diskussionsrunde brachte sich auch Oberbürgermeister Jürgen Roters ein, der besonders den Ausstieg des WDR beim Köln-Triathlon bedauerte.

Kosten als Grund für die fehlende Vielfalt

Nach Ansicht von Christian Klaue vom DOSB „fehlt insbesondere dem Fernsehen eine Kontrollinstanz, die sicherstellt, dass der Spitzensport in seiner Breite dargestellt wird.“ Die Medienmacher sehen sich dagegen von immer stärkeren vertraglichen Bindungen und hohen Rechtekosten in ihrem Handeln eingeschränkt.

So beklagt Timon Saatmann, Chefredakteur des Sportinformationsdienstes, „dass Verträge zwischen Medien und Verbänden die Berichterstattung diktieren.“ Sauberer Journalismus werde dadurch zunehmend erschwert. Aus eigener Erfahrung weiß er aber auch, dass gerade im ausschließlich werbefinanzierten Privatfernsehen, „Randsportarten nur als Heldengeschichten funktionieren“. Eine hervorragende sportliche Leistung reiche bei weitem nicht mehr, um von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

Sportjournalismus im Internet - Die Zukunft?

Der DOSB sieht in den neuen Medien, insbesondere dem Internet, dennoch eine große Chance für kleinere Sportarten, Aufmerksamkeit zu erregen und so auch mehr Geld aus Werbeerlösen zu erzielen. Der Medienwissenschaftler Dr. Christoph Bertling von der Sporthochschule warnt jedoch davor, dass es im Internet für Journalisten momentan kein Geld zu verdienen gebe. Die Bereitschaft der Deutschen, für Inhalte im Internet Geld zu bezahlen, liegt bei nur neun Prozent, zeigten Studien eines Marktforschungsinstituts. Leser, Hörer und Zuschauer spielen demnach selbst eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Darüber, dass sich die momentane Entwicklung kaum wird aufhalten lassen, waren sich die Beteiligten schlussendlich einig. Patentlösungen für die offenen Fragen konnte das Podium aber erwartungsgemäß nicht liefern. Medien und Sportverbände werden wohl gemeinsam Wege zu einer ausgewogenen und hochwertigen Berichterstattung finden müssen.

Benjamin Kimmig

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