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„Städte für das Leben“

Köln beteiligt sich an internationalem Netzwerk gegen die Todesstrafe

Stadt Köln beteiligt sich an Kampagne gegen die Todesstrafe, Bild: Stadt Köln

Die Stadt Köln hat sich der Kampagne der Gemeinschaft Sant’ Egidio angeschlossen, die sich für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt. In diesem internationalen Netzwerk haben sich rund 700 Städte auf der ganzen Welt zusammengetan, in Deutschland gehören unter anderem Berlin, Hannover, Würzburg, Gelsenkirchen und Weimar dazu. Sie alle bringen ihre Ablehnung von Todesurteilen am 30. November, dem Welttag „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“, zum Ausdruck. 1786 hat das Großherzogtum Toskana an diesem Tag als erster Staat die Todesstrafe abgeschafft.

Die Gemeinschaft Sant’ Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit 50.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. 1998 initiierte sie eine internationale Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe. Bis heute unterzeichneten über fünf Millionen, am 2. November 2007 hat Sant’ Egidio die Unterschriften dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung, Dr. Srgjan Kerim, übergeben. Außerdem unterhält die Gemeinschaft weltweit Hunderte von Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützt viele im persönlichen Einsatz.

Aktionen und Initiativen in allen im Netzwerk Sant’ Egidio zusammengeschlossenen Städten sollen jedes Jahr am 30. November zur Sensibilisierung der Bürger beitragen. Insbesondere wird ein für die Kommune charakteristisches Gebäude angestrahlt. In Köln ist die Wahl auf das EL-DE-Haus gefallen, in dem das NS-Dokumentationszentrum seinen Sitz hat. In dem Gebäude war von 1935 bis 1945 die Gestapo-Zentrale für den Regierungsbezirk Köln beheimatet. Der Keller des EL-DE-Hauses diente als Gefängnis und ist heute Gedenkstätte. Über 1.800 Wandinschriften zeugen von Verfolgung, Folter und Mord.

Die Kölner Sektion von Sant’ Egidio strahlt das EL-DE-Haus am 30. November 2007 von 18 bis 19.30 Uhr an, gleichzeitig werden aus dem Inneren des Gebäudes Bilder zum Thema Todesstrafe nach draußen projiziert. Dort bitten die Mitglieder der Gemeinschaft um Unterschriften für eine weltweite Aussetzung der Vollstreckung der Todesstrafe. Die Kosten für die Anstrahlung des EL-DE-Hauses übernimmt die Stadt Köln.

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