In der Diskussion über die Standortfrage des nationalen Fußballmuseums des Deutschen Fußballbundes (DFB) stehen die Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die FDP auf gemeinsamen Konfrontationskurs mit den Plänen von Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU). Dieser will dem DFB den Breslauer Platz zur Errichtung eines Fußballmuseums kostenfrei zur Verfügung stellen. Die Oppositionsparteien betonten, dass sie den Bau eines Fußballmuseums sehr begrüßen würden, halten jedoch die Ausgestaltung des Vorhabens für bedenklich.
Grund hierfür sind vor allem die mit dieser Variante verbundenen Kosten. Die Stadt Köln hält lediglich rund 42% der Besitzanteile an dem Breslauer Platz. Die übrigen Anteile müssten daher zunächst von den Unternehmen Aurelis und der Deutsche Bahn AG für geschätzte fünf Millionen Euro erworben werden. Die anschließende kosten- und pachtfreie Überlassung des Grundstücks an den DFB halten die Parteien für inakzeptabel.
Als alternativen Standort für das Museum schlagen sie den Rheinauhafen vor. Dort könnte eine Unterbringung in dem Gebäude des Deutschen Sport- und Olympia Museums kostenfrei erfolgen. Sollte der DFB auf dieses Angebot nicht eingehen wollen, müsste über den Standort Breslauer Platz unter anderen Bedingungen verhandelt werden. Die drei Parteien sind sich einig, dass es den Breslauer Platz unter keinen Umständen „zum Nulltarif“ geben solle, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Börschel. Mindestens der Mehrwert gegenüber den von konkurrierenden Städten angebotenen Grundstücken solle vom DFB getragen werden, so die Stellungnahme der Parteien.
Arne Müller