Die Kölner dürfen sich ab morgen über ein neues kulturelles Highlight freuen. Das ursprünglich am Ubierring beheimatete Völkerkundemuseum Rautenstrauch-Joest wird im Rahmen eines Festaktes am Wochenende für die Bevölkerung wiedereröffnet. Die vierjährige Bauzeit und die hohen Gesamtkosten von über 80 Millionen Euro sieht Oberbürgermeister Jürgen Roters als nachhaltige Investition an, denn „an dieser prominenten Stelle in der Kölner Innenstadt werden sich beide Häuser mit ihren neuen Möglichkeiten zu Publikumsmagneten entwickeln können“, so der OB.
Der Umzug in das neu geschaffene „Kulturquartier am Neumarkt“ war nicht zuletzt aufgrund der Jahrhunderthochwasser in den 90er-Jahren nötig geworden. Der Neubau, der auch das nun erweiterte Museum für mittelalterliche Kunst Schnütgen und das Forum der Volkshochschule miteinander verbindet, ermöglicht auch den Einsatz von Multimediastationen und ist außerdem der in den letzten Jahrzehnten stark gewachsenen Sammlung der Museen angemessen.
Nicht nur der Standort des Museums ist durch den Umzug in die Cäcilienstraße urbaner und somit moderner geworden, auch der Name des Museums wurde zeitgemäß angepasst: Einen Steinwurf vom Neumarkt entfernt, lautet der neue Slogan nun: „Kulturen der Welt“. Die frühere Bezeichnung Völkerkundemuseum hat somit ausgedient.
Geändert hat sich aber nicht nur das Erscheinungsbild, das architektonisch von Klinkerfassaden und Glas geprägt ist und äußerst großzügig und Licht durchflutet daher kommt. Ein besonderes Merkmal des Museums ist die neu konzeptionierte Ausstellungsdidaktik. Wurden früher die Exponate, wie in den meisten anderen ethnologischen Museen, noch nach Völkern oder Regionen unterteilt, befasst sich die Ausstellung von nun an mit verschiedenen Themengebieten.
Auf 3.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche durchschreitet der Besucher einen Parcours, der in insgesamt zwölf Bereiche unterteilt ist. In jedem einzelnen, wie zum Beispiel Kunst, Religion oder auch „Tod und Jenseits“, wird ein direkter Vergleich zwischen den Kulturen ermöglicht. Dieser Ansatz soll die Gleichstellung aller Kulturen vermitteln und zum Nachdenken anregen.
Darüber hinaus wird für Kinder ein „Museum im Museum“ geboten. Das „JuniorMuseum“ soll nicht nur besonders interaktiv gestaltet werden, sondern auch Aspekte der Alltagskultur von Kindern und Jugendlichen hervorheben.
Kulturdezernent Professor Georg Quander bezeichnet die Wiedereröffnung als „das glanzvollste Kulturereignis dieses Jahres in Köln“, und freut sich auf „einen Besuchermagneten von europäischem Rang“. Nicht nur Kölner dürfen sich also auf den neuen Museumskomplex freuen.
Benjamin Kimmig
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Traditionsreiches Kölner Museum erstrahlt in neuem Glanz
Das Rautenstrauch-Joest-Museum ist wieder geöffnet. Hier ein Ausschnitt aus dem Raumbild "Musik" (Foto: koeln-magazin.de)
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