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Unsichtbare Gefahr in Kölner Gewässer

Der Volksgartenweiher und der Stadtgartenweiher sind massiv mit Blaualgen belastet

Bis auf weiteres gilt am Volksgarten- und am Stadtwaldweiher ein Badeverbot (Foto: Winand / Koeln-Magazin.de)

Bei einer Untersuchung, die die Linksniederrheinische Entwässerungsgenossenschaft (LINEG) aus Kamp-Lintfort im Auftrag der Stadt Köln durchgeführt hat, wurde im Stadtgartenweiher und im Volksgartenweiher eine erhebliche Konzentration von Blaualgen gemessen. Die Stadt Köln verhängte ein generelles Badeverbot. Auf dem Volksgartenweiher wurde der Kahnbetrieb eingestellt.

Bei Blaualgen handle es sich um so genannte Cyanobakterien, die in Stresssituationen gefährliche Toxine produzieren könnten, sagt der Gutachter der LINEG Heiner Kreymann. Bei diesen Bakterien bedeutet Stress, dass sie durch eine geringe Sichttiefe des Gewässers in tieferen Wasserschichten nicht mehr genügend Sonnenlicht bekommen. Im Volksgartenweiher beträgt die Sichttiefe zurzeit etwa zehn Zentimetern. Die Bakterien drängen sich dann alle in großer Zahl an der Wasseroberfläche. Man spricht dann von aufrahmenden Bakterien. Die mit einem speziellen DIN-Prüfverfahren gemessene Konzentration erreicht in beiden genannten Weihern den Wert 7 und damit die höchste Stufe der Messskala.

Die meisten Blaualgenarten sind harmlos. Die Giftstoffe jedoch, die von einigen Arten produziert werden, können zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, in schlimmen Fällen sogar zu Organversagen und neurologischen Schäden. Des Weiteren lösen sie Haut-, Schleimhaut- und Augenreizungen aus. Es kann zu allergischen Reaktionen kommen. Die Toxine werden durch Verschlucken, aber auch durch Hautkontakt in den Körper aufgenommen. Auch für Hunde besteht ein erhöhtes Risiko zu erkranken, wenn sie aus den Weihern trinken oder sich das Wasser aus dem Fell lecken.


Die Wasservögel werden - trotz des Verbots - weiter gefüttert (Foto: Winand / Koeln-Magazin.de)

Die Vermehrung der Algen wird vor allem durch das Überangebot an Nährstoffen in den Weihern begünstigt. Das Füttern der Wasservögel hat zu einer hohen Nährstoffsättigung der Gewässer geführt. Es gibt in Köln schon seit Jahren ein Fütterungsverbot, an das sich kaum jemand hält. So ist erst vor kurzem ein Mann aufgefallen, der einen halben Müllsack Brot in den Weiher werfen wollte. Die meisten Kölner füttern jedoch aus falsch verstandener Tierliebe. Dass sie den Gewässern mit ihrem Verhalten ökologisch schaden, können viele nicht einsehen. „Liebe Kölner, hört endlich mit dem Füttern auf. Oder krass gesagt: Wer füttert, tötet!“, sagt Bernd Kiefer, Leiter der Abteilung für Immissionsschutz, Wasser und Abfallwirtschaft im Umwelt- und Verbraucherschutzamt.


Am Volksgarten spielen weiter Kinder direkt am Wasser (Foto: Winand / Koeln-Magazin.de)

Die Verbote scheinen die Kölner allerdings wenig zu kümmern. Weiter spielen Kinder an den Ufern des Volksgartenweihers und füllen vergnügt ihre Wasserpistolen. Die Verbotsschilder bleiben überwiegend unbemerkt. Dabei könne dieses Problem jetzt jedes Jahr auftreten, da die Gewässer ökologisch und biologisch in einem schlechten Zustand sind, sagt Heiner Kreymann. Die Stadt Köln, die LINEG und der Cölner Angel- und Gewässerschutzverein arbeiten zurzeit an mittel- und langfristigen Lösungen.

Bis es abkühlt bleibt das Badeverbot bestehen. Die Kölner sind von der Stadt angehalten, Kinder nicht am Wasser spielen zu lassen und Hunde fernzuhalten.

Sebastian Winand

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