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Urban Art Festival in Köln

CityLeaks als Philosophie des Nicht-Schweigens

Auf der Vogelsanger Straße 28-32 entsteht ein Bild des Künstlers Claudio Ethos (Foto: Fiedel / Koeln-Magazin.de)

Vom 5.-25. September bringt das Urban Art Festival CityLeaks 01 Farbe in die Stadt Köln. Insgesamt 25 Flächen werden von internationalen Streetart-Künstlern neu gestaltet. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Häuserfassaden von Privatbesitzern im Bereich Ehrenfeld und Altstadt Nord.

Inspiriert wurde der Titel von der Wikileaks-Affaire rund um Julian Assange. Das Festival will in kleinerer Ausführung ähnliche Aufmerksamkeit erregen. John Iven, Vorsitzender der Colorrevolution e.V., bedauert, dass Köln als Kunst- und Kulturstandort in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren habe. Er betrachtet das Festival als eine Möglichkeit, zum Protest aufzurufen und die Gesellschaft zu sozialkritischen Denkanstößen zu motivieren. Das Festival soll auch dazu beitragen, die Streetart weg vom Grafitti-Image zu lenken und als zeitgenössische und urbane Kunstart in den Blick der Gesellschaft zu rücken.

Anne Scherer, Kuratorin des Festivals, betont, dass es sich bei Streetart um eine Kommunikationsform handelt, die aus der Subkultur der 70er Jahre zu einem globalen Phänomen gewachsen ist. Mit dem Einzug in Museen und Galerien hat die Street Art bereits einen ersten Schritt in den „Kunst-Kanon” geschafft.

Das Urban Art CityLeaks Festival hat eine Vielzahl internationaler Künstler nach Köln eingeladen. Der Fokus liegt aber vor allem auf lokalen Nachwuchskünstlern, die gefördert werden sollen.

Barbara Förster vom Dezernat für Kunst und Kultur der Stadt Köln stellt vor allem auch die interessante Mischung aus experimenteller und domestizierter Kunst in den Vordergrund. Dadurch entsteht ihrer Meinung nach Diskussionsbedarf innerhalb der Bevölkerung, da zum Beispiel auch keine Schwellenängste überwunden werden müssen, um eine Galerie zu betreten. Kunst wird hier für jeden ansehbar.

Mit einem begleitenden Musik- und Filmprogramm bietet das Festival viele Möglichkeiten, Inhalte zu vermitteln. Ein Stück des „Kölner New Yorks” der 70er Jahre soll so wiederbelebt werden. Im Rahmen des Festivals wird es auch eine begleitende „Kunst-Weg-Karte” geben, um die einzelnen Bilder noch einmal abzulaufen. Es können aber auch Führungen in kleinen Gruppen gebucht werden.


Louise Fiedel

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