Wenn das Shofar zum Konzert ruft
Alle zwei Jahre bringt das junge Festival „Shalom-Musik.Koeln“ Erinnerungskultur durch jüdische Klangwelten zusammen. Erstmals 2021 veranstaltet, zählt das zehntägige Event schon jetzt zu den renommiertesten Festivals in Deutschland. Es hat sich zum Ziel gemacht, jüdische Musik als innovative Kunstform zu präsentieren, wie auf der offiziellen Pressekonferenz zum Start des Ticketverkaufs berichtet wurde. Unter dem neuen Motto „Zuhören“, um im Miteinander den Austausch hör- und erlebbar zu machen, findet die diesjährige Ausgabe vom 1. bis 10. September statt.
Eröffnungskonzert mit Uraufführung
Initiiert durch das Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V. werden in Kooperation mit der Kölner Synagogen-Gemeinde und dem Kölner Männer-Gesang-Verein 70 große und kleine Konzerte an 25 Spielorten aufgeführt. Der Kammerchor des Kölner Männer-Gesang-Vereins wirkt beim Eröffnungskonzert in der Flora mit, bei dem Vertonungen der berühmten Kölner Lyrikerin Hilde Domin uraufgeführt werden. Es mache seinen Verein sehr stolz, erstmals dabei zu sein und zusammen mit Menschen in Harmonie zu schwingen, sagt Dr. Joachim Hardewig vom Männer-Gesang-Verein. „Lebendig, überraschend und vielfältig“, beschreibt Claudia Hessel als Vorsitzende des Kölner Forums für Kultur im Dialog das 2026er Programm und betont, wie Shalom-Musik.Koeln mitten hinein ins Herz der Stadtgesellschaft gebracht werde „mit der Chance, die Stadt zu verändern“.
„Wir machen Frieden für Köln.“
Die Stadt Köln gehört dabei zu den Förderpartnern genau wie die Imhoff-Stiftung und auch die Kunststiftung NRW sowie das Land NRW, dessen Ministerpräsident Hendrik Wüst die Festival-Schirmherrschaft übernommen hat. Die vierte Auflage des Shalom-Musikfests begreift sich als Ereignis für die ganze Stadt. Die Veranstaltungen finden in der Synagoge statt, in Kirchen, etablierten Kulturstätten wie das „Museum für Angewandte Kunst“ (MAKK) und die „Volksbühne am Rudolfplatz“. „Mein Appell, nutzen Sie das Festivalangebot. Wir machen Frieden für Köln“, erklärt der Vorsitzende der Kölner Synagogen-Gemeinde Köln, Dr. Michael Rado, um gleichzeitig „Shalom“ mit „Frieden“ zu übersetzen.
FC-Hymne auf Shofar aus Antilopenhorn
„Das Shalom-Musikfestival stärkt Kölns Profil als Ort der ältesten jüdische Gemeinde nördlich der Alpen“, freut sich Bürgermeisterin Derya Karadag als städtische Vertreterin und verweist auf Zuhören als Haltung, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Programmleiterin Ulrike Neukamm betont, wie weit und reich jüdische Musik klingen kann. Außergewöhnliche Künstlerinnen und Künstler würden sich in neuen Konstellationen begegnen und einzigartige Akzente setzen. Zum Festival-Highlight gehört dabei sicherlich der Kölner Residenzkünstler Bar Zemach. Bei dem 25-jährigen Musiker erlebt Hören eine Art Ur-Erfahrung, denn er beherrscht virtuos ein seit 3000 Jahre im Judentum traditionell verankertes Blasinstrument. Die sogenannte Shofar wird aus koscherem Tierhorn hergestellt, ausgenommen ist dabei die Kuh. Zemach hat seine aus Antilopenhorn gefertigte Shofar mit 18 Jahren vom Großvater geschenkt bekommen und seitdem deren drei Naturtöne veredelt, so dass er auch die FC-Hymne „Mer stonn zesamme“ vorträgt.
Weitere Informationen und Programmübersicht auf www.shalom-musik.koeln
Tickets buchbar über kölnticket. Kostenlose Konzerte werden zudem gespielt zum „Open Shabbat“ am Freitag 4.9./19 Uhr und zum „Langen Tag mit Jüdischer Musik“ am Sonntag 6.9./12 Uhr.
Text/Fotos: Ariane Günther
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