Kölner Dom: Heilige hoch im Kurs
Rund 120 Gäste erlebten den Kölner Dom aus besonderen Perspektiven. Unter dem Motto „Werte für die Ewigkeit“ hatte die Privatbank ODDO BHF in den Kölner Dom eingeladen. In der Steinhalle der Dombauhütte begrüßte Niederlassungsleiter Christian Koch die Teilnehmenden und verwies auf die Entstehungsgeschichte der Kathedrale. „Der Dom steht als Symbol für Geduld, Vision und Verlässlichkeit. Unzählige Menschen haben ihn jahrhundertelang erschaffen. ODDO BHF begleitet Familien und Unternehmen über Generationen hinweg, um Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.“ Der Faktor Zeit sei beim langfristigen Denken das verbindende und vertrauensstiftende Element.
„Der Dom gibt vor, was zu tun ist“
Mit „Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt“ verwies Jörg Sperner als Stellvertreter des Kölner Dombaumeisters auf den in Stein gemeißelten Spruch in der Dombauhütte. Er berichtete über die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden, die an und in der Kathedrale tätig sind. Gut 180 Menschen verstehen sich als Familie, die sich täglich den Herausforderungen beim Erhalt und der Pflege des Doms stellt. „Wir haben für die nächsten 70 Jahre unsere Aufgabenliste, doch der Dom gibt vor, was zu tun ist“, erklärte Sperner, der sich seit 23 Jahren dem Denkmal verpflichtet fühlt.
„Sancta Colonia“ seit dem Frühmittelalter
Bei einer Führung durch die Domschatzkammer, die sich unterirdisch über drei Ebenen in mittelalterlichen Gewölberäumen erstreckt, wurden wertvolle liturgische Gegenstände und Reliquien vorgestellt. „Es gab Zeiten, da waren Überreste von Heiligen hoch im Kurs“, erklärte Kunsthistoriker Jan-Peter Joerißen.
„Sancta Colonia“ lautet der historische Beiname Kölns, der bis ins Frühmittelalter zurückreicht und die herausragende Stellung der Stadt als christliches Pilgerziel beschreibt. Die bedeutendsten Reliquien der Stadt, die der Heiligen Drei Könige, wurden 1164 nach Köln überführt. Der Bau des heutigen Doms begann allerdings erst 1248.
Marienorgel eröffnet neue Klangwelten
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Konzert von Domorganist Professor Winfried Bönig an der neuen Marienorgel. Das Instrument mit 18 Registern wurde erst am 14. Juni 2026 geweiht. Es stammt von der Bonner Orgelbaufirma Klais und bietet laut Bönig noch mehr klangliche Möglichkeiten als das bisherige Instrument aus den 1960er-Jahren.
Der Musikhochschuldozent ist seit rund 25 Jahren als Domorganist tätig und spielt gelegentlich auch nachts in der Stille der Kathedrale. Die Orgelbauwerkstatt Klais arbeitet nach der Fertigstellung der Marienorgel unter anderem an den Planungen für die Orgel im Markusdom in Venedig.
Text: Ariane Günther
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